Positionsmeldung

Wandern

  • 51° 06' 05,70'' S, 72° 58' 41,34'' W

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    Am besten sollte man in diesen Nationalpark im Frühling fahren oder im Herbst wegen der bunten Scheinbuchenwälder und weil er dann weniger überlaufen sei. So stand es in unserem Reiseführer und das werden sich auch die vielen Menschen gedacht haben, die genau wie wir nun hier auf den rumpeligen Schotterpisten fahren oder die Senderos entlang laufen. Reisebusse mit Wanderern, Kleinbusse der Hotels, diverser Reiseunternehmen, jede Menge private Leihwagen und auch ein paar Wohnmobile. 

     

    Bunte Outdoorjacken der einschlägigen Ausrüster leuchten hinter jeder Wegbiegung, spanische, englische und schwedische, russische und japanische, deutsche und französische Wortfetzen klingen vor, hinter und über uns. Alle wissen, der Torres del Paine, die Berge an den blauen und grünen See, das sind die Höhepunkte eines Chilebesuchs. Und diese Landschaft ist auch wirklich großartig, überwältigend schön. Jeder Blick aufs Neue, jeder Gipfel, jeder See. Ein Traum... Die Farben, die Weite, die Höhen. Die schwarzen Schluchten, durch die sich der silbrig-grüne Paine schlängelt. Die Gewalt der Wasserfälle. 

     

    Und das Geratter der Wagen auf den Straßen, die Staubfahnen, die sie hinter sich herziehen, wie sie aus den Kurven plötzlich auftauchen, haarscharf vorbeirasen, und immer neue und immer mehr. Am Abend wird es ruhiger, dann verlassen die Busse den Park, werden Hotelgäste in ihre Unterkünfte gebracht, schlagen die Wanderer ihr Nachtlager in den Refugios auf, und wir stehen auf einem der zugelassenen Parkplätze und betrachten die Wolkenbilder.

  • 42° 53’ 34,74’’ S, 71° 37’ 0,90’’ W

    website blog 299Die zweite Woche meines Soloabenteuers beginnt ziemlich kalt. Auf den Bergspitzen liegt Neuschnee und nachts liegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Gut, dass der Camper eine Heizung hat. Dennoch freue ich mich auf die zwei Tage in der Hosteria Futalaufquen im Nationalpark de los Alerces. Es war nur noch ein Apartment mit zwei Zimmern fre,i und das erweist sich nun als Glück, denn Clementina, eine italienische Wooferin, die drei Wochen gegen Kost und Logis auf dem Weinberg arbeitet, wird mich begleiten.

    Rudolfo fährt uns, denn der einzige Bus in den Park fährt nur aus dem 40 Kilometer entfernten Equel um 8 Uhr morgens, und nach Esquel ist es sogar noch weiter als bis zum Park. Rudolf zeigt uns auch, wo das Feuer ausgebrochen ist, dass vor drei Jahren eine Woche im Park wütete — davon zeugen rechts und links die bleichen oder tiefschwarzen Gerippe der Bäume.

    Die Hosteria liegt ganz am Ende des Schotterwegs. 1944 nach einem Entwurf eines argentinischen Architekten entstanden, würde sie auch gut in Schweizer oder österreichische Bergregionen passen. Alles ist noch original, von den dunklen Holzfußböden bis zu den weißen Läden vor den Fenstern.Erst duschen, dann wandern. Vier Kilometer sind es bis zum kleinen Ort im Park, wo wir uns informieren. Es gibt schöne Wanderwege und auch einen Ausflug zu den riesigen, uralten Alercen, die so langsam wachsen, dass die größte nach 2600 Jahren etwa 60 Meter hoch ist und 2,80 Umfang an der Basis. Clementina und ich würden schon gerne, sowohl wandern als auch große Bäume bewundern, nur fehlt uns ein Wagen, um ans andere Ende des Sees zu gelangen. An der Rezeption der Hosteria bietet man uns an, andere Hotelgäste zu fragen, ob sie an der Tour teilnehmen und uns mitnehmen könnten.

  • 42° 30' 27'' S, 173° 9' 15'' E

     

     

    Wo fährt man hin, wenn es in alle Richtungen jede Menge Natur zu sehen gibt, wenn überall grandiose Blicke und auf jeden Fall viele neue Dinge warten?

    website blog 91Wir lassen den Zufall entscheiden und nehmen in Hanmer Springs zwei Anhalter mit, die auf einer Wanderung um die Südinsel sind. Die Tracks über Berge und Klippen, durch Wälder und Wiesen sind mit Straßenstrecken verbunden, und eine dieser Strecken fahren wir nun hoch Richtung St Lewis Pass mit neuseeländischen Studenten, die mit zwei Rucksäcken, Gitarre und Wanderstab gerade noch in unseren Campervan passen. In Neuseeland trifft man immer auf irgendeinen Weg zum Wandern oder ein Gespräch. Auf der Südinsel leben etwa 1,5 Millionen Menschen und auf der Nordinsel knapp drei, was erklärt, warum jede Gelegenheit zur Unterhaltung gern genutzt wird, denn wer kann schon wissen, wann sich wieder eine ergibt. Die jungen Männer wandern von Hütte zu Hütte, auf den Tracks die beliebtesten Übernachtungsmöglichkeiten, weil man dort ein wenig mehr Schutz vor Sandfliegen hat als im Zelt. Nur hoch oben in den Bergen sei man einigermaßen sicher vor den Plagegeistern.

    Den St James Walkway kann man je nach Kondition in drei bis fünf Tagen bewältigen. Wir beschränken uns auf den Anfang, wandern eine Stunde hin und eine zurück. Mutterseelenallein, doch verlaufen kann man sich nicht, auf großen Hinweistafeln werden die Wege mit Zeitangaben erklärt. Unten rauscht ein Fluss und oben ziehen die Wolken. Ohne die kleinen roten Dreiecke an Pfählen und Bäumen kämen wir uns vor wie in den Mittelerdewäldern. Moos, Flechten, knorrige Baumrinden.

    website blog 92Auf der Westseite soll das Wetter schlechter sein, deshalb zieht es uns wieder zurück gen Osten an Feldern mit Wassersprengern vorbei, die wie Riesenspinnen über Weinreben hocken. Geschorene Schafe drängen sich zitternd aneinander, Alpakas recken die langen Hälse. Die Städtchen bestehen nur aus wenigen Straßen, einem Laden für Lebensmittel und einem anderen für alles andere. Am Abzweig zum Mt Lydford steht ein großes Blockhaus mit zehn Plätzen für Camper und drei Whirlpools mit Blick auf die Berge. Servicekräfte sind ein junges Paar aus Deutschland auf Work&Travel Tour durch Neuseeland. Auch sie sind zufällig hier vorbeigekommen und haben sich dann richtig mit Lebenslauf um die Stellen beworben. Den wunderschönen Platz haben wir fast für uns allein, erst diese Saison haben neue Eigentümer die Gaststätte übernommen. Für die weichen Europäer werden sogar zusätzliche Decken aus den Zimmern geholt, und so schlafen wir kuschelig warm von Bergen umgeben.

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