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Willkommen

Positionsmeldung erzählt von Reisen. Manche führen aufs Meer, manche nur ein paar Schritte vor die Haustür, manche ereignen sich auf Papier, auf Bühne und Leinwand oder virtuell.

Ich freue mich über Begleitung.

 

42° 53’ 34,74’’ S, 71° 37’ 0,90’’ W

 

 

website blog 299Die zweite Woche meines Soloabenteuers beginnt ziemlich kalt. Auf den Bergspitzen liegt Neuschnee und nachts liegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Gut, dass der Camper eine Heizung hat. Dennoch freue ich mich auf die zwei Tage in der Hosteria Futalaufquen im Nationalpark de los Alerces. Es war nur noch ein Apartment mit zwei Zimmern fre,i und das erweist sich nun als Glück, denn Clementina, eine italienische Wooferin, die drei Wochen gegen Kost und Logis auf dem Weinberg arbeitet, wird mich begleiten.

Rudolfo fährt uns, denn der einzige Bus in den Park fährt nur aus dem 40 Kilometer entfernten Equel um 8 Uhr morgens, und nach Esquel ist es sogar noch weiter als bis zum Park. Rudolf zeigt uns auch, wo das Feuer ausgebrochen ist, dass vor drei Jahren eine Woche im Park wütete — davon zeugen rechts und links die bleichen oder tiefschwarzen Gerippe der Bäume.

Die Hosteria liegt ganz am Ende des Schotterwegs. 1944 nach einem Entwurf eines argentinischen Architekten entstanden, würde sie auch gut in Schweizer oder österreichische Bergregionen passen. Alles ist noch original, von den dunklen Holzfußböden bis zu den weißen Läden vor den Fenstern.Erst duschen, dann wandern. Vier Kilometer sind es bis zum kleinen Ort im Park, wo wir uns informieren. Es gibt schöne Wanderwege und auch einen Ausflug zu den riesigen, uralten Alercen, die so langsam wachsen, dass die größte nach 2600 Jahren etwa 60 Meter hoch ist und 2,80 Umfang an der Basis. Clementina und ich würden schon gerne, sowohl wandern als auch große Bäume bewundern, nur fehlt uns ein Wagen, um ans andere Ende des Sees zu gelangen. An der Rezeption der Hosteria bietet man uns an, andere Hotelgäste zu fragen, ob sie an der Tour teilnehmen und uns mitnehmen könnten.

Weiterlesen: Bei den Baumriesen

43° 11’ 33,76’’ S, 71° 50’ 14,76’’ W

 

 

website blog 297Und dann ist der Mann plötzlich krank und auf dem Weg nach Berlin und ich bin die nächsten 13 Tage solo in Trevelin, genauer gesagt am Vinas del Nant y Fall. Ein wunderschöner Ort, umgeben von Bergen, auf deren Gipfeln Schnee liegt, ein paar Tage später sogar Neuschnee, was etwas über die Nachttemperaturen aussagt. Abgesehen davon ist es hier freundlich, sehr sicher und fern ab von jeglichen öffentlichen Verkehrsmitteln. Zum Glück gibt es Sergio und seinen Vater Rudolfo, die öfter einmal nach Trevelin oder gar Esquel fahren.

Nur bedauere ich jede Stunde mehr, dass mein rudimentäres Spanisch nicht für mehr Kommunikation ausreicht. Wie gerne würde ich mehr erfahren, als ich sehe oder aus kurzen Fragen und Antworten entnehmen kann. Doch wie immer in Argentinien ergibt sich ungeplant oder halb geplant dann doch das eine oder andere. Sergio organisiert eine cabalgata, einen Reitausflug, bei Manolo, und dort treffe ich ein Brüderpaar, die auf jeden Fall besser Deutsch können als ich Spanisch, denn die Großmutter stammt aus Deutschland und die Mutter ist sogar Deutschlehrerin. So tauschen wir uns auf Deutsch/Spanisch aus, während wir auf schönen braunen, schwarzen und gescheckten Pferden durch eine Märchenlandschaft zu einem verwunschenen See reiten, auf dem weiße Schwäne mit schwarzen Hälsen und Köpfen schwimmen. Zum Picknick sitzen wir auf einer Blumenwiese und am Ende des Tages bei Sergio bei einer Flasche Wein, und die jungen Männer verfolgen fasziniert den Vortrag über Weinanbau.

Weiterlesen: Solo in Trevelin

43° 10’ 12,54’’ S, 71° 30’ 39,9’’ W

 

 

website blog 295Vor allem ist da der Wind — er rüttelt am Wagen, pfeift über Sand und Steine, peitscht Wellen an den Strand, fegt durchs Flusstal. Da ist er immer, in schwächerer Version eine willkommene Abkühlung in der starken Sonne, mit zunehmender Stärke zerrt er an allem, den Haaren, den Kleidern, den Nerven.

Wir sind im Chubut, queren am Fluss entlang die Mitte Argentiniens, nach ein paar Tagen am Dique Ameghino, einem Stausee wie aus dem Märchenbilderbuch, geht es nun durch die Pampa — hier gibt es nichts, aber auch gar nichts, auch keine gepflasterte Straße, die plötzlich zur steinigen Rüttelpiste wird. Schilder kündigen Bauarbeiten an oder beschreiben eine im Bau befindliche Straße. Auf dieser holpern wir voran: die Strecke ist so wenig befahren, dass jedes vorbeifahrende Fahrzeug begrüßt wird, selbst wir Fremden.

Im pfeifenden Wind suchen wir einen Platz am Rand für die Nacht, um uns herum die staubige Piste, viel Landschaft und eine verlassene Tankstelle, auf der verschiedene Wagen vor sich hin rosten. Bizarre Wolkenbilder, ein weiter Himmel und am Abend dann doch ein Gast an unsrem Rastplatz. Niedlich schaut er aus, spitze Schnauze, ein weißes Fell mit schwarzen Streifen, ein buschiger Schwanz.

Weiterlesen: Pampa und Weinberge

42° 34’ 34,74’’ S, 64° 16’ 34,62 W

 

 

website blog 293Eigentlich sind wir Ende Dezember viel zu spät dran für die großen Wale in den Buchten der Halbinsel Valdés. Deswegen und wegen des Reifens und wegen des schönen Strands in San Antonio haben wir uns nicht sonderlich beeilt, um hierher zu kommen. Wir haben sogar noch auf dem Weg an zwei schönen Buchten übernachtet (und dennoch immer, und das bislang vergeblich, nach Walen Ausschau gehalten).

Im Informationszentrum des Nationalparks wartet die erste Überraschung: „We have whales, two mothers with their babys.” Also nichts wie hin nach Puerto Pyramides, der kleinen Stadt, von der aus die Waltouren abgehen und in der sich auch der einzige Campingplatz befindet. Eine Tour finden wir schnell und auch den Campingplatz, auf dem wir bei der Suche nach einem nicht allzu hässlichen Plätzchen im Sand steckenbleiben. Bei mindestens 30 Grad in der Mittagshitze, der Platz ist wie ausgestorben. Was nun?

Doch kaum ist der Mann auf dem Weg zum kleinen Kiosk, kommen ihm auch schon fünf Männer entgegen, die schieben und ruckeln und so mit Kraft und Vollgas den Wagen aus der Kuhle bekommen. Entnervt und erleichtert parken wir am Waschhaus und gehen erst einmal Wale schauen.

Weiterlesen: Weihnachten auf Valdés — Überraschungen

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