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Willkommen

Positionsmeldung erzählt von Reisen. Manche führen aufs Meer, manche nur ein paar Schritte vor die Haustür, manche ereignen sich auf Papier, auf Bühne und Leinwand oder virtuell.

Ich freue mich über Begleitung.

 

53° 31.58’ N, 10° 0.65’ E

 

website blog 275

Wir sind zu spät. Um 10 Uhr sollten wir am Kai sein, aber es ist schon halb elf. Dabei war alles so gut geplant, musste es ja auch für die lange Reise auf dem Frachter nach Südamerika. Alles ist gepackt und gut verstaut im Wohnmobil, aber dann hängt es an den Gasflaschen. Die sind noch voll, zu voll, und es dauert ewig, sie zu entleeren, unter den ungläubigen Blicken der anderen Camper im Hamburger Wohnmobilhafen, die ja nicht wissen können, dass wir unser Wohnmobil heute verladen wollen, wozu die Gasflaschen leer sein müssen.

Wir sind also zu spät und stehen dazu noch im Stau und hoffen, dass das Navi schon den Weg findet zum O’swaldkai durch die neue Hamburger Hafencity. Mit rasendem Puls biegen wir endlich ein auf den großen Parkplatz, suchen hektisch nach dem Schuppen 48, folgen einem Schild und werden von einer Schranke aufgehalten. Sofort senkt sich auch hinter uns eine Schranke. Wir sind gefangen. Zur Belustigung der Belegschaft. Immer diese Touristen. Wir müssen wieder raus, uns anmelden, warten, doch dann geht alles seinen ordentlichen Gang: Gemeinsam mit einem anderen deutschen Paar in einem Wohnmobil folgen wir um kurz nach elf einem Fahrzeug zur Grande Nigeria, auf der wir die nächsten vier Wochen verbringen werden. Eine steile Rampe führt ins Innere des riesigen Schiffs, und dann geht es ans Einparken. Zentimeterarbeit, bis das Fahrzeug genau an der richtigen Stelle zwischen den Verzurrösen steht. Weder die Gasflaschen noch der Tank noch überhaupt irgendetwas am Camper ist kontrolliert worden.

Weiterlesen: Grande Nigeria

55°  33,5’ N,14° 21,5’ E

 

website blog 272

„Willkommen in Bergkvara”, sagt der nette Hamnkaptain, als er mir die Festmacherleine zurückgibt. Warum sind wir bloß all die Jahre an diesem netten kleinen Hafen vorbeigefahren? Meist versuchen wir möglichst schnell durch den Kalmarsund zu kommen, aber heute waren zwanzig Meilen bei viel Wind genug, und so landen wir in einem der ältesten Häfen an der Küste von Blekinge. Statt Fischerbooten legen nun Freiheitskipper an der Halbinsel Dalskär an. Gasthafen und Campingplatz sind ein Familienbetrieb, beim Bezahlen bekommen wir ein Faltblatt, auf dem neben Informationen auch die Fotos von allen, die hier an der Kasse oder im Restaurant arbeiten, abgedruckt sind. Für die wenigen Schiffe und die nur etwas größere Gruppe Camper reicht im Augenblick eine kleine Besatzung.

„Seit gestern haben wir Nachsaisonpreise”, sagt der junge Mann, der kassiert und uns Fahrräder ausleiht. Von Bergkvara gibt es vier verschiedene, gut ausgeschilderte Fahrrad- und Wandertouren. Wir fahren an Feldern vorbei, an kleinen Dörfern, an Feriensiedlungen zum Naturschutzgebiet Örarevet — im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel zum Picknicken und Baden — heute sind wir allein am leeren Strand. 

Weiterlesen: Segelsommer 7 — Nachsaison

57° 45,8’ N,16° 39,0’ E

 

 

website blog 266Wir sollten uns genügend Zeit für den Rückweg lassen, meint mein Kapitän. Und als hätten die Wettergötter es gehört, bläst es von dem Moment an stets und noch dazu heftig aus Süd bis Südwest. Hafentag reiht sich an Hafentag, Dafür lernen wir die Nachbarn gut kennen — gemeinsam helfen wir anderen Schiffen beim Anlegen, vertäuen auch die eigenen Boote noch einmal sicher vor dem kommenden Starkwind und rücken am Abend den gebunkerten Vorräten zu Leibe.

Wellen und Wind tosen um Idö und wir spinnen Seemannsgarn. Bald sind die Ferien in Schweden zu Ende; es ist richtig Platz in den Häfen. Ein paar dänische Schiffe sind noch unterwegs und viele deutsche, die man auch ohne Nationalflagge am Heck sofort daran erkennen würde, dass beim Anlegen an Bug und Heck Leinen bereit liegen und jede Menge Fender an den Seiten hängen. Andere Nationen sind da offensichtlich entspannter, wohingegen Schweden und Dänen stets Schwimmwesten tragen, was wiederum Deutsche eher nachlässig handhaben.

Beim Anlegen helfen alle. Weil jeder weiß, wie hilfreich es ist, wenn jemand an Land eine Leine entgegennimmt, weil das Schiff dann nicht mehr in Fahrt und damit schlecht zu manövrieren ist, weil sich die Schwierigkeiten mit steigendem Wind um ein Vielfaches verstärken.

Weiterlesen: Segelsommer 6 — Umkehr

57 °51,6’ N, 16° 44,0 E

 

 

website blog 265Im Wind der Duft nach Wald, nach trockenen Kiefernnadeln. Wir sind mitten Im Tjust Schärengarten zwischen Västervik und Loftahammar. im Sommer fahren die Boote von Insel zu Insel, trifft man sich am Steg, in Ferienhäusern und Gaststuben — Familien, Freunde und Bekannte aus dem Segelverein. Die Kinder springen ins Wasser, alt und jung angelt und am Abend wird gemeinsam gegrillt, allerdings nicht in diesem Jahr, die Brandgefahr ist zu groß.

Heute bleiben wir in Ragö. Die Insel gehört zu einem Naturschutzgebiet und darf von April bis Juli nicht betreten werden. Mit dem eigenen Boot kann man kostenlos an zwei Gaststegen oder einer der Buchten festmachen — aber höchsten 48 Stunden —, dann auf zwei verschiedenen Wegen die Insel erkunden und in dem von einer Familie betriebenen Gasthaus oder im Garten davor Fisch essen oder im kleinen Museum erkunden, wie vor hundert Jahren Fische gefangen wurden.

Weiterlesen: Segelsommer 5 — Skärgardsliv

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