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Geschrieben von Nora Lachmann

34° 35' 39,60'' S, 58° 22' 8,52'' W 

13F742CA C0FA 45C0 8FA5 0BCDBC43774EUnsere Zeit in Südamerika geht zu Ende. Noch einmal verlassen wir Chile in Richtung Argentinien. Doch zuvor machen wir einen kleinen Abstecher zu den termas Geometricas, denn zwischen den Vulkanen gibt es heiße Quellen, und so verbringen wir einen Tag in einigen der fünfzehn heißen Becken, die sich einen Abhang hinunterschlängeln, von Farnen umgeben, die in Fels und Sand wachsen.Warmes, fast heißes Wasser so viel der Mensch will, reiner Luxus nach über vier Monaten Naturcamping. Von Kopf bis Fuss eingeweicht treten wir die Rückreise an.

 

Beinahe, denn wir müssen noch einmal gen Norden, ein weiteres Mal ins Krankenhaus, diesmal in Temuco (das wir nun die Mitte Chiles erreicht haben, tröstet mich  nur wenig). Dafür haben wir Stadt mit allem Drum und Dran, inklusive einer Demonstration der Mapuche, zunächst bunt und laut, später mit Straßensperren der Demonstranten und Tränengaseinsatz der Polizeitruppen.

 

Der Rückweg führt uns am Villarica vorbei zur Grenze und gleich dahinter befinden wir uns schon im Nationalpark Lanin am Fuße des Vukans, und natürlich auch wieder auf der Schotterstraße (Chile hat genau bis zur Landesgrenze asphaltiert). Zwei ruhige Nächte an Vulkan und See, eine letzte Wanderung, ein letztes Bad im klaren, kühlen Wasser, ein letztes feuerrotes Morgenrot auf der Vulkanspitze wir verabschieden uns von der Seenregion und machen uns auf den Weg durch die Pampa, quer durch Argentinien, mal eben 1500 Kilometer.

Wo auf der Strecke können wir halten? Die Einträge in unserer App sind spärlich. Viele wählen wohl nicht diesen Weg oder sind eben nur auf der Durchreise genau wie wir. In Junin de los Andes stärken wir uns mit köstlichem Hirschbraten, kaufen Vorräte und fahren los. Ein trampendes Pärchen ist glücklich, dass wir uns an dem Tag eine lange Strecke vorgenommen haben. Sie wollen Verwandte in Rosario besuchen, haben nur knapp zwei Wochen Zeit und kommen so ein gutes Stück voran. Am Abend sind wir in Cochon, können uns Dinosaurierabdrücke ansehen und finden einen Platz auf einer Anhöhe mit Blick über das riesige Stauseegebiet. Ganz schön im Abendlicht, doch im Vergleich zu den Naturparks doch etwas karg. Dennoch sind die Stauseen Naherholungsgebiete, am nächsten ist sogar eine kleine Ferienstadt gebaut worden mit Kirche, Supermarkt, Restaurant und Tankstelle, wobei in der Nachsaison nur noch die Tankstelle geöffnet hat. Wir lassen uns von der guten Straße zur Weiterfahrt ermutigen, an der nächsten Kreuzung ist dann leider Schluss mit gut

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Viele Kilometer weiter erhebt sich mitten in der flachen Pampa rötlicher Stein, was prompt zu einem Nationalpark geführt hat, in dem wir die Nacht verbringen, um dann am Morgen auf den Gipfel zu steigen und weit über das Land zu schauen, scheinbar menschenleer bis zum Horizont. Die Pumas haben wir allerdings auch nicht gesehen, vor denen uns die Ranger gewarnt haben auch keine einzige Schlange.

 

Noch zwei Stationen trennen uns von Buenos Aires, dieses Mal probieren wir es in den ganz normalen städtischen Parks. In Santa Rosa, der Hauptstadt der Pampa, schauen wir den Joggern zu und stehen auf dem Parkplatz neben dem gefüllten, aber leider geschlossenen Freibad. In Bragado werden wir zum ersten Mal überhaupt in Argentinien von der Polizei kontrolliert, freundlich, aber sorgfältig, mit Abfrage bei der Dienststelle, ehe wir in den Park einfahren dürfen. Dort können wir dann aber stehen, wo wir wollen und am Morgen bei der Ausfahrt ist die Polizeistelle nicht besetzt. Auf der Autobahn geht es nach Buenos Aires, auf die späte Fähre nach Colonia del Sacramento. vor Mitternacht sind wir in Uruguay.