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Geschrieben von Nora Lachmann

57° 33,23’ N, 16° 44,14 E

 

 

website blog 262Die Nacht soll ruhig werden, beste Voraussetzung für ein Ankern in den Schären und nach drei Tagen Aufenthalt im Hafen von Figeholm — einem zugegeben sehr schönen Hafen — mit Warten auf den richtigen Wind, ist ein ruhiger Ankerplatze an einer Schäre genau das Richtige. Noch dazu liegen zwischen Figeholm und Västervik einige wunderschöne Schärenplätze. Das wissen wir aus vergangenen Jahren. Und beliebt sind die Plätze auch. Am frühen Nachmittag sollte man spätestens nach einem Platz für die Nacht suchen.

Es ist immer wieder aufregend durch die engen Schärenfahrwasser zu fahren, und es nimmt mir den Atem, weil wir so nah am Stein vorbeigleiten, weil der Fels in so vielen Farben schimmert, weil die Büsche sich im Wind wiegen. Auf dem einzigen freien Stück Wasser tauchen dunklen Wolken hinter uns auf. Es donnert und der Donner begleitet uns hinein in ein nächstes Fahrwasser. Ein paar Tropfen Regen fallen, dann wird der Himmel wieder strahlend blau.

Neben dem Fahrwasser liegen die Boote dicht an dicht, doch zum Glück gibt es für Naturhäfen, also Ankerbuchten, ebenfalls einen Hafenführer. Manchmal ist es allerdings nicht ganz einfach, das Bild auf den Seiten mit den Schären, die wir gerade vor uns sehen in Deckung zu bringen. Da braucht es meist einen zweiten oder dritten Blick. Passen muss der Platz dann auch noch. Nach ein paar vergeblichen Versuchen — nicht geschützt genug, zu voll— fällt die Wahl auf Stora Torsholmen, das etwas weiter weg von den offiziellen Wegen liegt. 

website blog 261„Kein Problem mit dem Plotter”, sagt mein Kapitän, und dann tasten wir uns langsam vor in das Felsengewirr. „The charts are mostly reliable”, steht im Führer. Das hoffen wir, denn 1,60 ragt unser Kiel ins Wasser. Eine halbe Stunde später liegt vor uns die wohl am besten geschützte Ankerbucht in diesem Gebiet — wunderschön und total einsam. Auch am nächsten Tag sehen wir andere Schiffe höchstens in der Ferne vorbeiziehen. Um uns herum nur Stille, Schären und das Meer. Zwei Tage genießen wir die Einsamkeit, baden, lesen, schauen den Wolken zu. Ein einfaches Leben, ohne Ablenkung. Einen solchen Platz haben wir lange gesucht. Stora Torsholmen ist ab sofort meine Lieblingsinsel.