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Geschrieben von Nora Lachmann

52° 31' 8'' N, 13° 21' 54'' E

 

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Die Bären sind vergeben. Das Festival ist beinahe zu Ende.
Ein kleiner Rückblick auf meine Lieblingsreihe: die Kinder- und Jugendfilme der Berlinale. Bei den Generation Filmen ist die Begeisterung noch größer, sowohl auf Seiten des Publikums aus mehreren Generationen als auch auf Seiten der Filmcrews. Es sind Low-Budget-Filme, die vom Engagement aller Beteiligten leben, nicht zuletzt von den jungen Schauspielern, die den Protagonisten Gesichter und Stimmen geben. Es sind Filme der Suche, der Verzweiflung, aber auch der Hoffnung.
Hier nun drei Filme, die keine Preisträger geworden sind und wahrscheinlich auch nicht in unseren Kinos auftauchen werden, was ich sehr schade finde.

1. Weirdos (Bruce McDonald)

Es ist nicht leicht, Mitte der Siebziger anders zu sein als die normalen Teenager auf dem Land in Nova Scotia. Kit will weg zu seiner Mutter in die größere Stadt. Mit seiner Freundin macht er sich auf den Weg (eine solch ehrliche und solidarische Freundin kann man nur jedem wünschen) und mit Andy Warhol, der immer wieder an seiner Seite auftaucht. „Everyone’s a weirdo”, sagt er. Was vielleicht als Motto des schwarzweißen Roadmovies gelten kann. Sich das einzugestehen, ist schmerzhaft und gleichzeitig der einzige Weg, eine Reise zur Wahrheit.

2. EMO the Musical (Neil Triffett)

Fast ein klassisches Highschool-Musical aus Australien an der etwas anderen Highschool (aus Geldmangel wird das Sponsoring einer Pharmafirma angenommen, die Antidepressiva herstellt) mit etwas anderen verfeindeten und im Bandwettbewerb konkurrierenden Gruppen: den Emos und den Christen. Emo Ethan ist nichts wichtiger, als zur Band und Gruppe der Emos zu gehören, doch er verliebt sich in Trinity, die möchte, dass er in der Kirche neben ihr sitzt. Mit Witz und eingängigen Songs werden Gruppenzwang, fanatische Anführer und Verlogenheit auf allen Seiten bloßgestellt. „Jesus would habe been an Emo”, singt Trinity in der Sitzung der Christen, die sie wieder auf Kurs bringen soll. „There’s hope”, singt Ethan am Ende.

3. The Inland Road (Jackie van Beek)

Noch ein Stückchen weiter weg geht es nach Neuseeland. Das Mädchen Tia sucht ihren Platz und kommt nach einem Autounfall in einer Familie unter. So patent und verantwortungsbewusst sich die Sechzehnjährige in den Alltag einbringt, so verloren und verwirrt ist sie in ihrer Suche. Die Reise geht nach Innen in dem weiten, rauen Land. Bewusst versammelt die Regisseurin einen Cast aus den verschiedenen Bevölkerungsgruppen des Einwanderungslands und richtet den Blick auf das Gemeinsame, auf die Unterstützung, auf das, was zwischen den Menschen passiert.

Das sind nur drei von 66 Filmen, die auf der Berlinale in der Reihe Generation zu entdecken waren. Für mich die wichtigste Reihe im Festival.